Coronavirus | Faktencheck

Inhalt

Wenige Themen beschäftigen in so kurzer Zeit so viele Menschen… weltweit und in der Schweiz. So konnten wir Ende Februar im Rahmen unserer Schulbesuche mit feel-ok.ch - das erste Mal überhaupt - beobachten, wie vor allem Mädchen Schutzmasken getragen haben, aus Angst sie könnten sich anstecken. | Letzte Aktualisierung 3.4.2020 | 11:30

Sich gegen das Coronavirus und die Grippe schützen

Wie viel Angst ist gerechtfertigt? Und wer sollte besonders vorsichtig sein? Wie gehen Eltern damit um, dass die Schulen geschlossen sind? Welche Angebote können wir den Jugendlichen, Lehrpersonen und Schulleitenden empfehlen?

Für Jugendliche

Was tun, wenn dir die Coronakrise über den Kopf wächst? Es gibt viel, das du tun kannst, damit du diese Zeit gut überstehst.

Eltern, geschlossene Schulen, Kinder betreuen

Dass die Schulen geschlossen sind, stellt für Eltern eine unerwartete Herausforderung dar. Wie gehen Sie damit um? Wie organisieren Sie sich mit Ihren Kindern? Wie besprechen Sie das Thema? Ihre Anregungen sind willkommen. Um diese zu veröffentlichen, klicken Sie unten auf das Bleistift-Symbol. 

Tipps | Aus dureschnufe.ch

In diesem Video, das sich speziell an Kinder richtet, wird leicht verständlich erklärt, was das Coronavirus überhaupt ist, was es tut und wie man sich schützt.

Das Coronavirus Kindern einfach erklärt

Für Lehrpersonen und Schulleitende

Um Lehrpersonen und Schulleitende in der Coronakrise etwas zu unterstützen, hat die Co-Leitung Allianz Betriebliche Gesundheitsförderung BGF in Schulen, RADIX, VSLCH, LCH und Partner, eine Initiative zu „gesund zuhause“ lanciert.

Sie finden hier einige praktische und hilfreiche Informationen und Ideen z.B. zu Arbeiten zuhause, Strukturierung des Alltags, herausfordernde häusliche Situationen, Bewegung, Ernährung, Psycho- und Schlafhygiene für Ihre Gesundheit und für die Gesundheit der Schüler*innen zuhause.

Wie geht es den Menschen in der Schweiz?

Zur Beantwortung dieser und weiteren Fragen hat die SRG die Forschungsstelle Sotomo beauftragt, zwischen dem 21. und 23. März 2020 eine Befragung mit über 30'000 Personen ab 15 Jahren durchzuführen.


Die Krise wirkt sich auf die Gemütsverfassung der Befragten aus. Der Anteil von jenen, die behaupten, dass es ihnen sehr gut oder gut geht, hat sich von 92% vor der Krise auf 72% in der aktuellen Situation reduziert.

Wie geht es Ihnen zurzeit?

«Wie geht es Ihnen zurzeit?» | Seite 19 (siehe Bericht)


28% der Studienteilnehmer*innen schätzt die Gefährlichkeit des Coronavirus für sich selbst als hoch, 4% befürchtet einen tödlichen Ausgang.

Wie schätzen Sie die Gefährlichkeit des Coronavirus (COVID-19) für sich selber ein?

«Wie schätzen Sie die Gefährlichkeit des Coronavirus (COVID-19) für sich selber ein?» | Seite 10 (siehe Bericht)


Nur 18% der Befragten ist der Auffassung, dass sich - trotz COVID-19-Pandemie - in ihrem Leben zum grössten Teil nichts geändert hat.

Wie hat sich Ihr Alltag aufgrund der Corona-Krise verändert?

«Wie hat sich Ihr Alltag aufgrund der Corona-Krise verändert?» | Seite 21 (siehe Bericht)


Aufgrund der ausserordentlichen Massnahmen des Bundesrates geben mehr als 20% der Befragten an, dass sie sich zu wenig bewegen, sich eingesperrt fühlen oder es ihnen langweilig ist. Die aktuelle Situation hat aber auch positive Aspekte: Mehr als 20% berichten von mehr Ruhe und Entspannung, gestärkter Familie, Partnerschaft und Nachbarschaft.

Wie wirkt sich die aktuelle Situation bei Ihnen zuhause aus?

«Wie wirkt sich die aktuelle Situation bei Ihnen zuhause aus?» | Seite 22 (siehe Bericht)


Obwohl die sozialen Kontakte eingeschränkt sind, erleben viele der Befragten im zwischenmenschlichen Umgang zurzeit mehr Solidarität und Freundlichkeit. Auf der negativen Seite erleben manche Personen Egoismus und Misstrauen.

Wie nehmen Sie den zwischenmenschlichen Umgang in der aktuellen Situation wahr?

«Wie nehmen Sie den zwischenmenschlichen Umgang in der aktuellen Situation wahr?» | Seite 24 (siehe Bericht)

Ist das Coronavirus so gefährlich?

Es kann zurzeit nicht beantwortet werden, wie lebensgefährlich das Coronavirus ist. Die Berechnung scheint einfach: Man teilt z.B. die Zahl der gemeldeten verstorbenen Fälle durch die Zahl der gemeldeten Fälle. Die Schwierigkeit dabei: Man weiss nicht genau, wie viele Personen sich angesteckt haben, daher fehlen genaue Daten, die für die Berechnung erforderlich wären. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass der Verlauf bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus öfter tödlich verläuft als bei einem normalen Grippevirus.

Wenn man die verfügbaren Daten aus China anschaut, kommt man zum Schluss, dass die Todesrate als Folge des Coronavirus von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 50 Jahren sehr tief ist. Wer dagegen besonders vorsichtig sein soll, sind die Menschen ab 60 Jahren. Ab diesem Alter ist die Sterblichkeitsrate als Folge einer Ansteckung hoch.

Todesrate beim Coronavirus in China nach Altersgruppen

Todesrate beim Coronavirus in China nach Altersgruppe (Stand: 11.2.2020, N=73'314, Quelle: China CDC Weekly)

Die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein zeigen als Trend einen ähnlichen Verlauf. Bis zum 2.4.2020 um 8:00 starben 432 Personen, die im Labor positiv auf COVID-19 getestet worden waren. Davon waren 276 Männer (64%) und 156 Frauen (36%). Die Letalität ist besonders hoch bei Männern ab 60 Jahren und bei Frauen ab 70 Jahren. Todesopfer unter 50 Jahren sind extrem selten.

Anzahl verstorbener Personen im Zusammenhang mit einer laborbestätigten COVID-19-Erkranung nach Altersklasse und Geschlecht in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (bis 2.4.2020)

Anzahl verstorbener Personen im Zusammenhang mit einer laborbestätigten COVID-19-Erkranung nach Altersklasse und Geschlecht in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein | Quelle

Können die Jugendlichen und die gesunden Erwachsene das Thema «Coronavirus» abhaken?

Nein. Einerseits sind schwere Verläufe bei gesunden jungen Erwachsenen möglich, obwohl selten. Andererseits, je verbreiteter das Coronavirus ist, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass auch Menschen im Pensionsalter (wie z.B. die eigene Oma oder den eigenen Opa) sowie Menschen mit einer vorbestehenden Krankheit (wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen sowie Krebs) in Kontakt mit diesem Virus kommen. Und für sie besteht ein erhöhtes Risiko, schwere Komplikationen zu haben oder sogar zu sterben. 

Das Coronavirus in Kürze erklärt

Kurve abflachen

Eine an Coronavirus infizierte Person steckt im Schnitt 2 bis 3 weitere Personen an. Das heisst alle 4 Tage verdoppelt sich die Anzahl der registrierten Fälle für ein gewisses Zeitfenster. Zum Beispiel waren ausserhalb von China am 4. März fast 15'000 Personen mit dem Virus infiziert; am 8. März hatte sich diese Zahl mit mehr als 29’000 Fällen fast verdoppelt.

Obwohl für die Mehrzahl der Infizierten nach wie vor gilt, dass nur milde (oder sogar keine) Symptome zu erwarten sind, stimmt auch, dass je mehr Leute erkranken, desto mehr Patienten*innen eine intensive Behandlung benötigen werden. Die entscheidende Frage ist, in welchen Zeitraum das geschieht.

Ohne einschneidende Massnahmen würde sich das Virus ungehindert ausbreiten: Überfüllte Krankenhäuser würden dazu führen, dass die medizinische Versorgung zusammenbricht. Konkret könnte dies z.B. heissen, dass es in den Spitälern mehr Patienten gäbe, die Beatmungsgeräte brauchen als diese, die zur Verfügung stünden.

Um dies zu verhindern, wird das öffentliche Leben eingeschränkt. Dies ist für viele Menschen und für die Wirtschaft sehr belastend. Aber nur so kann die Infektionswelle über einen möglichst grossen Zeitraum gestreckt werden, mit dem positiven Effekt, dass wer medizinische Hilfe braucht, sei es wegen dem Coronavirus, sei es aufgrund anderer Erkrankungen wie z.B. Krebs oder sonstigen Notfällen, die dringend benötigte Unterstützung bekommt.

Ohne Massnahmen wäre die medizinische Versorgung überlastet.

Ohne Massnahmen wäre die medizinische Versorgung überlastet.

Zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen vergehen mehrere Tage. Während dieser Zeit können Infizierte, die sich gesund fühlen, das Virus übertragen. Daher gilt: Auch wer keine Krankheitsanzeichen spürt, sollte Abstand von anderen Menschen halten.

Wie viele Wochen oder Monate diese ausserordentliche Situation dauern wird, kann zurzeit niemand mit Sicherheit sagen. Was aber klar ist: die Corona-Krise wird man überwinden, ohne dass 100% der Bevölkerung angesteckt wird: 1) weil die Wahrscheinlichkeit, dass Überträger*innen auf Nichtinfizierte treffen, nach einer bestimmten Ausbreitung der Krankheit kleiner wird, und b) weil ein Grossteil der Bevölkerung nach überstandener Infektion voraussichtlich dagegen immun wird.

Verlauf der Krankheit

Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus können sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Menschen merken kaum, dass sie krank sind oder haben nur moderate Symptome (etwa 80% der Fälle). Andere benötigen eine intensive Behandlung im Spital als Folge einer Lungenentzündung.

Zu den oft auftretenden Symptomen gehören Husten, Fieber und Schnupfen. Andere Symptome, die gelegentlich auftreten, sind Kurzatmigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hals- und Kopfschmerzen. Selten beobachtet man Übelkeit/Erbrechen und Durchfall. 

Und wie schützt man sich? Und die anderen?

Coronavirus: So schützen wir uns...

So schützen wir uns:

  • Abstand halten (auch wenn man keine Symptome hat!):
    • Zum Beispiel ältere Menschen durch genügend Abstand schützen,
    • beim Anstehen Abstand halten,
    • bei Sitzungen Abstand halten.
  • Gründlich Hände waschen
  • Hände schütteln vermeiden
  • In Papiertaschentuch oder Armbeuge husten und niesen
  • Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation

Ausserordentliche Massnahmen

  • Am 16.3.2020 hat der Bundesrat die ausserordentliche Lage bis 19. April erklärt.

Diese enthält folgende Massnahmen (Stand: 20.3.2020):

  • Ansammlungen von mehr als 5 Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Verstösse werden mit einer Busse von CHF 100 pro Person geahndet. 
  • Bei Ansammlungen unter 5 Personen müssen zwei Meter Abstand eingehalten werden.
  • Alle Betriebe und Privatpersonen sind verpflichtet, die Abstandsregeln einzuhalten.
  • Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe (u.a. Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete) sind geschlossen.
  • Betriebe, in denen der vorgeschriebene Abstand von 2 Metern nicht eingehalten werden kann, sind geschlossen. 
  • Alle öffentliche und private Veranstaltungen sind verboten.
  • In Schulen und Hochschulen darf vor Ort kein Unterricht stattfinden.
  • Die Einreise aus Risikoländern und -gebieten wird beschränkt. Kontrollen finden an den Grenzen zu Italien, Deutschland, Österreich und Frankreich statt. Schweizer*innen, Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung, Personen, die in der Schweiz arbeiten sowie Personen, die die Schweiz überqueren, dürfen über die Grenze fahren. Auch Warentransporte über die Grenze sind erlaubt. 
  • Gewisse Kantone geben zusätzliche Empfehlungen oder Weisungen ab: AG | AR | AI | BE | BL | BS | FR | GE | GL | GR | JU | NE | NW | OW | SH | SZ | SO | SG | TI | TG | UR | VD | VS | ZG | ZH
  • Insgesamt sollen für die Wirtschaft über 40 Milliarden Franken für die beschlossenen Massnahmen zur Verfügung stehen.

Was bleibt offen?

  • Offen bleiben Lebensmittelläden, Take-aways, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten, Apotheken, Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung, soziale Einrichtungen und Werkstätten für Transportmittel.

Keine Hamsterkäufe

  • Die Versorung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ist sicherstellt.

Für diesen Artikel wurden diese Quellen genutzt:

Aus der Region für Dich

Über Sex und Liebe sprechen

Über Sex und Liebe sprechen
Fragen? Zweifel? Brauchst du jemanden zum Reden? Wir von der Berner Gesundheit beraten dich kostenlos. Alles, was wir besprechen, bleibt zwischen uns. Wir freuen uns, wenn du uns kontaktierst.

Wir haben ein offenes Ohr

Wir haben ein offenes Ohr
Mehr Stress als Spass mit Cannabis, Alkohol, Partydrogen? Machst du dir Sorgen um dein Essverhalten? Dauernd am Handy oder gamen ohne Ende? Melde dich bei der Berner Gesundheit. Wir beraten dich kostenlos.

Fokus

Stress

Mehr Power gegen Stress

Stress

Hast du ein Problem? Du bist ein Teil der Lösung

Suchmaschinen

Der Suchprofi

Suchmaschinen

Diese Tricks helfen dir mit Google und Co. im Internet zu finden, was du suchst.

Aus der Region für Dich

Über Sex und Liebe sprechen

Über Sex und Liebe sprechen
Fragen? Zweifel? Brauchst du jemanden zum Reden? Wir von der Berner Gesundheit beraten dich kostenlos. Alles, was wir besprechen, bleibt zwischen uns. Wir freuen uns, wenn du uns kontaktierst.

Wir haben ein offenes Ohr

Wir haben ein offenes Ohr
Mehr Stress als Spass mit Cannabis, Alkohol, Partydrogen? Machst du dir Sorgen um dein Essverhalten? Dauernd am Handy oder gamen ohne Ende? Melde dich bei der Berner Gesundheit. Wir beraten dich kostenlos.

Fokus

Tipps

Mobbing im Cyberspace?

Tipps

Einige grundlegende Regeln helfen dir, das Risiko von Cybermobbing zu reduzieren.

Tests

Essattacken und Erbrechen

Tests

2-4% aller jungen Frauen und 0.5% aller jungen Männer leidet an Bulimie: der Bulimie-Test