Geschwister

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Wie kann ich mit schwierigen Gefühlen umgehen?

Der problematische Konsum eines Geschwisters kann schwierige wie auch widersprüchliche Gefühle auslösen. Man will dem anderen helfen, gleichzeitig belastet die Situation einen selbst.

Wenn es einer nahestehenden Person schlecht geht, und diese sich selbst Schaden zufügt, sei es durch Konsum von Substanzen oder auf eine andere Weise, ist es verständlich, dass man ihr helfen möchte. Manchmal vergisst man sich dabei selbst. Aus Liebe und Sorge tut man einiges: Man deckt die Person oder übt auf sie Druck aus, man beobachtet sie, kontrolliert sie, versucht sie zu verstehen, sie trotzdem zu lieben etc. 

Die eigene Grenze akzeptieren

Du wirst dein Geschwister nicht zwingen können, mit dem Konsum aufzuhören. Du kannst zwar versuchen, deinem Geschwister deine Gefühle mitzuteilen, es motivieren, sich Hilfe zu suchen und für ihn oder sie da sein, falls du dich selbst in der Lage dafür fühlst. Die Entscheidung, etwas am eigenen Leben zu ändern und die Verantwortung dazu, hat aber dein Geschwister und nicht du.

Es ist einfacher, ein Geschwister zu unterstützen, wenn die Beziehung gut ist. Ist die Beziehung bereits angespannt, wird es deine Unterstützung womöglich nicht annehmen wollen. Du bist nicht verpflichtet, ihn oder sie zu unterstützen. Eltern und Fachpersonen tragen hierfür die Verantwortung. 

Mit schwierigen Gefühlen umgehen

Fühlst du dich wegen dem Verhalten deines Bruders oder deiner Schwester (manchmal) erschöpft? Entmutigt? Verzweifelt? Schuldig? Hilflos? Ausgeschlossen? Wird dir alles zu viel? Diese Gefühle sind eine natürliche Reaktion auf eine ausserordentliche Situation. Du hast das Recht dazu, dich so zu fühlen.

Was kannst du tun, um mit der Situation besser umgehen zu können? Was kannst du unternehmen, damit es dir besser geht?

Unterstützung abholen

  • Bleib in dieser Situation nicht alleine und sprich mit jemandem über diese Gefühle (Freunde, Tante, Patenonkel, Eltern von besten Freunden)
  • Manchmal ist es einfacher mit einer Person ausserhalb der Familie zu sprechen. Zum Beispiel Suchtberatung, Schulsozialarbeiter, Jugendarbeiterin, mit einer Lehrperson (2 Tipps dazu: Die Nummer 147.ch und die Selbsthilfegruppen von AI-Anon)
  • Schütze dich und setze Grenzen in Bezug darauf, was du nicht tun möchtest: Eltern anlügen, Geld leihen, eine gefährliche Situation verheimlichen etc. Du kannst diese Punkte aufschreiben.
  • Du solltest keine Aufgaben oder Verantwortungen deines Geschwisters übernehmen
  • Um dich zu schützen, versuche Situationen zu vermeiden, die in Gewalt enden könnten
  • Bei Bedarf: Informiere dich, um den Konsum und das Verhalten deines Geschwisters besser zu verstehen. Flyers dazu findest du auf der Website von Sucht Schweiz.

 

So kannst du dir selber Sorge tragen:

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