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Das Recht auf Schutz vor Gewalt

Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung (Art. 19, 32 und 34 UN-Kinderrechtskonvention)

In Erzählungen der Grosseltern kommt er manchmal noch vor: Der strenge Lehrer, der «Tatzen» verteilt. Bis vor einigen Jahrzehnten war es normal, dass Kinder zur Strafe geschlagen wurden. In der Schule schlugen Lehrerinnen und Lehrer die Kinder mit einem Lineal oder Zeigestock, Eltern bestraften Regelverstösse mit Ohrfeigen, einer Tracht Prügel oder wuschen ihren Kindern den Mund mit Seife aus, wenn diese frech waren oder Schimpfwörter benutzten. 

Eltern hatten ein sogenanntes «Züchtigungsrecht». Das bedeutet, dass im Gesetzbuch stand, dass Eltern ihre Kinder schlagen dürfen. 1978 wurde dieses Gesetz gestrichen. Bis heute ist es in der Schweiz jedoch nicht verboten, seinen Kindern eine Ohrfeige zu geben oder sie auf den Hintern zu schlagen. Die UNO kritisiert das immer wieder. In diesem Punkt verstösst die Schweiz gegen die Kinderrechtskonvention. 

Beispiel: Gewalt und Eltern

Alessias Vater ist eigentlich ein toller Papa. Eigentlich, denn Alessias Vater trinkt. Sobald er betrunken ist, wird er zu einem anderen Menschen. Dann brüllt er herum, wirft Gegenstände durch die Wohnung und droht damit, die Familie zu verlassen oder sich etwas anzutun.

Alkoholproblem und häusliche Gewalt

Alessia und ihre Mutter haben oft Angst vor ihm. Wenn es ganz schlimm wird, flüchten sie vor ihm und verbringen die Nacht bei der Grossmutter. Nach solchen Ausbrüchen entschuldigt sich der Vater immer und schwört, dass so etwas nie wieder vorkommen werde. Dann reisst er sich zusammen und trinkt einige Tage nichts, bis er sein Versprechen bricht und alles wieder von vorne beginnt. 

Icon Häusliche Gewalt

Du fühlst dich schlecht, weil sich deine Eltern anschreien. Was solltest du darüber wissen? Was kannst du dagegen tun?

Alessia hat viel zu Alkoholsucht im Internet gelesen. Sie ist froh, dass ihr Vater sie und die Mutter wenigstens nicht schlägt. Obwohl sie denkt, dass sie zu Hause keine Gewalt erlebt, geht es ihr immer schlechter. Auch die Mutter kann die Ausbrüche des Vaters kaum mehr ertragen.

Zusammen haben sie im Internet nach Hilfe gesucht und eine Beratungsstelle gefunden. Die Beraterinnen helfen Menschen, deren Familienangehörige ein Problem mit Alkohol haben. Alissas Mutter hat einen Termin vereinbart und viele Tipps erhalten. Unter anderem hat ihr die Beraterin gesagt, dass die Ausbrüche von Alissias Vater, das Rumschreien, Dinge kaputtmachen und Drohungen ausstossen, auch Gewalt sei, nämlich psychische Gewalt. Und dass sie als Mutter ihre Tochter davor schützen müsse. 

«Ich bin der Michi und mein Vater trinkt viel Alkohol» | IKS

Daraufhin hat Alessias Mutter all ihren Mut zusammengenommen und sich von ihrem Mann getrennt. Der Vater ist ausgezogen und hat eine Therapie angefangen. Mit Hilfe von Psychologen hofft er, mit dem Trinken aufhören zu können. Wenn Alessia jetzt Zeit mit ihm verbringt, ist er wieder der tolle Papa von früher. Alessia hofft, dass das so bleibt.

  • Falls du auch Gewalt in deiner Familie erlebst, musst du dir unbedingt Hilfe holen! Wende dich an eine erwachsene Person, zu der du Vertrauen hast. Das können deine Grosseltern sein, die Eltern von Freunden, dein Gotti, dein Klassenlehrer oder eine Schulsozialarbeiterin. Du kannst auch bei der Notrufnummer 147 von Pro Juventute anrufen. Die Beraterinnen und Berater sind Tag und Nacht erreichbar.
Patronat
Autor/-in
Eva Moser

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